Weltenbäume & energetische Linien

Das Geheimnis der Heiligen Geometrie

Was haben mythische Weltenbäume und uralte Energielinien der Erde miteinander gemein? Existieren heute noch weltweit Relikte der sagenhaften Baumriesen, deren Energie unseren Planeten weiterhin erfüllt? Ein kurzer Ausflug in die verborgene Welt rätselhafter Wirkungen
und Wechselbeziehungen

Kaum jemand, der sie nicht kennt oder noch nie von ihnen gehört hat: vielfältige Energielinien, die unter verschiedensten Namen erscheinen:
Am bekanntesten ist wohl die Bezeichnung der »Ley-Linien«. Immer wieder ist auch vom Erdgitter zu hören, von geomantischen Linien, dem Hartmann-Gitter, Curry-Gitter oder Benker-Gitter.
Nicht zu vergessen radiästhetische Gitter, Erd-Chakren und wie sie noch
alle heißen. Der komplette Erdball ist laut verschiedener Forscher und
Wissenschaftler regelrecht bis ins den kleinsten Winkel davon durchzogen.

Sowohl im großen globalen Ausmaß, zum Beispiel in Gestalt der Chakra-
Linie, die sich vom legendären Monolithen des Uluru in Australien über
den Berg Kailash in Tibet bis hin zum Titicacasee in Südamerika durchziehen soll, als auch im kleinen Rahmen in einzelnen Gebieten oder Ländern, wie in Griechenland, wo jede antike Stätte einem geometrischen Raster unterliegt. Die Pyramiden von Gizeh, Stonehenge, die Osterinsel mit ihren Moai und viele weitere (prä)historische Gebilde liegen ebenso auf diesen Linien wie auch etliche Kirchen, Burgen und Klöster.
Aber – unabhängig vom Ausmaß solcher Strukturen – lautet doch die
Kernfrage: Warum? Warum gibt es diese Energielinien? Und: Wurden sie
ganz bewusst geschaffen oder existieren sie bereits seit den allerersten
Anfängen der Welt, also seitdem es den Planeten Erde gibt? Was war
zuerst da? Henne oder Ei? Nur eben in diesem Fall: Linien oder Energie?
Entstanden diese Energielinien, weil man wichtige Monumente an diesen
spezifischen Orten errichtete, oder platzierte man die Gebilde entlang
bereits vorhandener Linien? Dazu möchte ich Sie auf einen kurzen Ausflug weit in die Vergangenheit zurück mitnehmen – nämlich in jene
Zeiten, als die ältesten Legenden, Geschichten und heutigen Mythen entstanden, als Naturverbundenheit keine Lebenseinstellung, sondern das Leben selbst war.

Wir wissen zwar nicht, wann genau das der Fall war, wir wissen aber, dass es in einer sehr fernen Vergangenheit begonnen haben muss, als die ersten Geschichten überhaupt weitergegeben und später dann aufgeschrieben wurden.


In jeder der ältesten Kulturen oder gesammelten Schriften quer über den gesamten Globus, finden wir nicht nur die berühmt-berüchtigten Erzählungen über die Erschaffung der Erde und des Menschen durch die sogenannten Götter, sondern – wenn man etwas aufmerksam liest – auch eine weitere Erzählung: die Rede ist von »Weltenbäumen« oder »Lebensbäumen«.

Bäume, die so hoch waren, dass sie bis in den Himmel reichten, viel höher als alles andere und die »sichtbar bis ans Ende der ganzen Erde« waren.
Wir finden sie über die verschiedensten Kulturen der Erde hinweg,
von Mesopotamien über Indien, Nordeuropa, Mesoamerika bis China. Die
Weltenbäume werden jedes Mal als gigantisch beschrieben werden – nicht nur als meterhoch, sondern oft kilometerhoch oder gar in unendliche Höhe ragend. Sie verbinden die verschiedenen Welten miteinander.

In uralten Texten finden sich gleichermaßen wiederholende Erzählungen
über die Fällung oder versuchte Zerstörung dieser Urzeit-Giganten: Im
Buch Daniel befiehlt ein »Wächter« (ein heiliger Engel), den Baum zu fällen, aber den Stumpf mit Wurzeln in der Erde zu lassen; im Buch Hesekiel wird der Baum von Fremden gefällt, sodass
er in Berge und Täler hinabstürzt; bei den Sumerern wird der gigantische
Baum von Stürmen entwurzelt und für göttliche Throne und Betten zerstört; in Indien kämpfen Riesen um deren Besitz; in den mayanischen Mythen wird der »Baum des Lebens« ebenso mit Göttern assoziiert, die ihn entweder umstürzen oder aber pflanzen.
Stets ist es ein göttlicher Streit oder Kampf, der sich um diese Urgiganten
rankt und demnach auch nur den »Göttern« oder »Heiligen« vorbehalten ist. Was müssen das für machtvolle Ge- bilde gewesen sein?
In vielen dieser Erzählungen verblieben die Stümpfe auf der Erde und
die Wurzeln weiterhin im Untergrund. Noch heute ranken sich viele Spekulationen um diese angeblich zurückgebliebenen Stümpfe: Immer wieder werden zum Beispiel berühmte, geologisch durchaus auffällige Formationen im Internet gehyped. Am meisten diskutiert dürfte hier wahrscheinlich der spätestens seit dem Kinoerfolg Unheimliche Begegnung der dritten Art weltberühmte »Devil’s Tower« in Wyoming, USA – ein 386 Meter hoher magmatischer Tafelberg bestehend aus hexagonalen Säulen. Ebenso ranken sich verschiedene moderne Internet-Spekulationen um den Mount Conner in Australien sowie den »Giant’s Causeway« (»Die Straße des Riesen«). Haben wir so etwas nicht schon einmal in einer der alten Geschichten aus Indien gelesen? Die Riesen, die um die großen Bäume stritten?

In Nordirland wird jedoch mindestens genauso oft über verschiedene Naturwunder debattiert, die vielleicht Überreste der Weltenbäume sein könnten. Die offizielle Wissenschaft ist jedoch davon überzeugt: alles natürlich erklärbar!
Es handelt sich um Strukturen, die entweder aus vulkanischen Aktivität
oder aber durch Sedimentation und Tektonik entstanden sind.
Und wirklich: Könnte es denn wirklich jemals solche kilometerhohen Riesenbäume gegeben haben?
Wenn ja, waren es überhaupt Bäume und: dürfen solche Giganten der Flora einfach nur nicht existieren, weil sie nicht ins allgemeine Bild passen?
Irgendeinen realen Hintergrund müssen doch die weltweiten Erzählungen und Überlieferungen haben, ähnlich wie der Sintflut-»Mythos« muss doch auch hier eine historische Wahrheit
bestanden haben.

Versteinerte Riesenbäume wurden in Nordthailand gefunden – ausgegraben im Jahr 2005. Zuletzt im Jahr 2022: ein gigantischer versteinerter Baumstamm, der sogar einen Eintrag
im Guinness-Buch der Rekorde erhalten hat. Der Stamm misst rund 72
Meter, was einem etwa 20-stöckigen Gebäude entspricht. Am Fuß erreicht der Baumriese einen Durchmesser
von über 4,5 Meter; ursprünglich soll der gesamte Baum eine Höhe
von über 100 Metern gehabt haben und vor etwa 800 000 Jahren in einem feuchten Tropenwald gewachsen sein. Heutzutage erreichen die
höchsten Bäume in Thailand rund 60 Meter Höhe. Im Vergleich dazu:
der höchste bekannte lebende Baum der Erde, sprich: das größte Lebewesen unseres Planeten, wurde im Jahr 2006 entdeckt und auf ein Alter von 700-800 Jahren geschätzt. Es handelt sich um einen Küstenmammutbaum im Redwood Nationalpark in Kalifornien. Der fast 116 Meter hohe Riese wurde »Hyperion« getauft und gilt als
der höchste Baum der Erde. Nicht viel kleiner ist der »Stratosphere Giant« mit knapp 113 Metern Höhe. Der US-Bundesstaat Kalifornien ist berühmt für seine gigantischen Mammutbäume.

Hyperion trifft Kölner Dom – Wikipedia


Aber was sagen wir zur globalen Abholzung um die vorletzte Jahrhundertwende? Auf einem berühmten Foto von 1899 sind US-Waldarbeiter auf dem riesigen Baumstumpf eines gefällten Riesenmammutbaums zu sehen. Zum Fällen eines einzigen dieser Bäume
waren Dutzende Arbeiter und mehrere Tage nötig. Da das Holz zum Splittern neigte, waren leider über 75% des Materials dieser alten Bäume unbrauchbar.

Laut aktuellen Untersuchungen können solche Riesenmammutbäume über 3 000 Jahre alt werden: Was würden wir auf unserer Erde vorfinden, hätte diese globale Abholzung nicht stattgefunden? Könnten diese Bäume bei einem über mehrere Jahrtausende verlaufenden Wachstum mehrere hundert Meter Höhe erreichen. Könnten diese Riesen möglicherweise sogar die letzten »Nachkommen« der ehemaligen Weltenbäume darstellen? Darüber lässt sich nur noch spekulieren.

Was haben die ehemaligen, in den Geschichten beschriebenen, Baumriesen mit den Energielinien der Erde zu tun? Wenn die Wurzeln jener Urzeit-Giganten im Boden verblieben sein sollten, so hätten sie möglicherweise als ehemals größte Lebewesen unseres Planeten immer noch Einfluss auf die Erde und uns als Bewohner dieser. Im asiatischen Raum ist man von einem tieferen Einfluss der Natur auf den
Menschen überzeugt, was sich nicht zuletzt in der Lebensweise des Feng-Shui (wörtlich: »Wind-Wasser«) zeigt:
Die ersten Ansiedlungen wurden den Bergen und Wasserläufen angepasst, denn lange Bergketten gelten als bedeutende »Bergdrachen« und große Flüsse als bedeutende »Wasserdrachen«. Man passte sich an das vorhandene Qi der Natur an und gestaltete den Lebensraum entsprechend. Das war östliche Philosophie und das glatte Gegenteil der westlichen Denkweise, die Landschaft an Städte anzupassen.
Ganze Gärten, Gebäude bis hin zu Innenräumen werden im fernen Osten
gemäß dem naturgegebenen Feng-Shui errichtet. Das Natürliche bestimmt über das Künstliche, nicht umgekehrt.

Wenn unsere Umwelt Einfluss auf unser Leben, unser Wohlbefinden, unseren gesunden Austausch mit der Natur hat, was würden Riesenbäume oder deren kilometerlange Wurzeln mit uns machen? Nähmen sie so stark Einfluss auf unser Leben, dass dies sogar direkt »messbar« wäre und sich sprichwörtlich »aufzeichnen« ließe?
Unterliegt alles Leben auf der Erde vielleicht übermächtigen, vorgegebenen Mustern, die wir heute »Heilige Geometrie« nennen? Zeigt sich diese Übermacht an den heute bekannten ältesten Gebilden, die allesamt auf Ley-Linien oder Energielinien stehen, ja sogar in unseren eigenen Lebenspfaden? Und liegt diesem Schema ausschließlich die Natur zugrunde, die letztlich alles beeinflusst? Beschreiben somit die ältesten Geschichten aller Kulturen weltweit die Grundlage dieser übermächtigen Muster – nämlich die einstigen Riesenbäume, deren Überbleibsel tief in der Erde noch immer alles Leben auf dieser
Welt maßgeblich beeinflussen? So wie sich Sonne und Mond für Gezeiten und Wachstum verantwortlich zeichnen? Und schließlich: Geben die übergeordneten Muster der Ur-Riesen die Richtung des Wachstums unseres gesamten Daseins vor?
Viele ungewöhnliche Fragen, die wohl jeder für sich beantworten muss,
denn die akademische Wissenschaft wird auf solche Phänomene wohl noch lange keine Antwort finden, nimmt sie die Phänomen doch nicht einmal als solche wahr. Hier muss künftig wohl noch einiges Umdenken stattfinden.

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 03/2026 des MysteryMagazins erschienen:

Vielen Dank an das mysteryMagazin für eine hervorragende Zusammenarbeit! https://www.mystery.eu

Alles Liebe, Nici Mayer